Samstag, 21. April 2012

Delphin Schwimmen in Akaroa

Der nächste Halt auf unserem Trip hieß Christchurch.

Christchurch wurde vor etwas mehr als einem Jahr von einem weiteren starken Erdbeben mit großer Zerstörungskraft getroffen. Der gesamte Innenstadtbereich der Stadt befindet sich in einer sogenannten "roten Zone", die abgesperrt und für Besucher unzugänglich ist. Man hat angefangen, Häuser in dieser Zone abzureisen und dem Erdboden gleich zu machen, was später daraus werden soll, ist noch unklar.



Da sich so gut wie alle Sehenswürdigkeiten im abgesperrten Bereich befinden, gibt es in Christchurch, außer Baustellen, im Moment nicht besonders viel zu sehen. Aber es muss einmal eine hübsche Stadt gewesen sein, der botanische Garten gibt einen kleinen Eindruck davon.

Deswegen ging es für uns nach nur einer Nacht und einem kleinen Abstecher zum Hafen (Lyttelton) auch schon weiter ins 80km entfernte Akaroa, welches im Herzen der Banks Peninsula liegt.

Französische Siedler waren es, die hier 1840 eine Art Kolonie errichteten. Noch heute ist dieser französische Einfluss spürbar, Straßennamen sind zum Beispiel immer noch auf französisch.


Gleich an unserem ersten Tag hatten wir etwas ganz besonderes geplant:
Schwimmen mit Hector Delphinen.
Die Hector Delphine sind vor allem kleiner, aber auch zutraulicher wie gewöhnliche Delphine, sie werden nur bis 1.5m lang. Leider sind die Tiere vom aussterben bedroht und es gibt geschätzt nur noch um die 3.000 Hector Delphine, fast alle leben um Neuseeland herum.
Um so besonderer ist es, dass wir die Gelegenheit hatten, mit ihnen zu schwimmen.
7.00 Uhr - Aufstehen. Sonniger Himmel, beinahe wolkenlos. Treffpunkt ist eine gute Stunde später. Wir werden mit einem Wetsuit, sowie einer Taucherbrille und Schnorchel ausgestattet, nach ein paar Einweisungen und Fotos geht es aufs Boot.



Von anderen Reisenden hatten wir gehört, dass sie tags zuvor kein Glück hatten, mit den Delphinen zu schwimmen, darum waren wir etwas nervös, obwohl die 82%ige Erfolgsqoute des Anbieters eigentlich für sich spricht.

Schon nach ca. 10 Minuten Fahrt - und weiteren Sicherheitseinweisungen - entdecken wir die ersten Delphine, die um unser Boot herumschwimmen, sehr faszinierend!



Die Delphine schwimmen in relativ kleinen Schwärmen, wenn man einen Schwarm gefunden hat, muss man die Reaktion der Tiere abwarten, nicht immer sind sie daran interessiert, mit Menschen Kontakt aufzunehmen.
Also warteten wir, doch die Delphine schienen nicht wirklich Interesse an uns zu zeigen, na toll! Also machten wir uns auf die Suche nach einem neuen Schwarm, nur nicht die Hoffunng verlieren.

Es dauerte nicht lange, da hatten unsere beiden "Tripführer" neue Delphine erspäht, und plötzlich hieß es "We'll give it a try, guys". Das Wasser hatte knappe 14°C, was dank des Wetsuit und der Vorfreude recht erträglich war. Die Delphine müssen übrigens in diesen kalten Gewässern umgerechnet jede 30 Minuten einen BigMac essen, um überleben zu können! Und dann kamen sie, schwommen neben und unter uns vorbei, drehten um und kamen wieder. Diese Gruppe Delphine hatte sichtlich ihren Spaß an der Interaktion mit uns Menschen. Wir waren total fasziniert und konnten kaum fassen, was gerade um uns herum passiert. Völlig begeistert, nahm man die Kälte des Wassers gar nicht mehr war und es kamen immer mehr...
Die Leiter erzählten uns später, dass sie schon längere Zeit nicht mehr, so einen erfolgreichen Trip mit so verspielt freundlichen Delphinen hatten - wunderbar!

Während wir im Wasser trieben, flog übrigens noch ein gewaltiger Albatross über unsere Köpfe hinweg. Aus dieser Perspektive hat der Vogel mit seiner über 3m langen Flügelspannweite echt gigantisch gewirkt.

Nach einer guten Stunde im Wasser ging es dann halb erfrohren aufs Boot zurück, auf dem es heiße Schokolade zum Aufwärmen gab. Die Fahrt zurück zum Hafen war der perfekte Abschluss, die Delphine, die uns mittlerweile wirklich zu mögen schienen, schwammen und sprangen neben dem Boot umher und folgten uns einige Kilometer. Wieder auf festem Boden angekommen, gab es erst einmal eine dringend benötigte heiße Dusche und anschließend konnte man die Bilder betrachten, die von uns mit den Delphinen im Wasser geschossen wurden. Ein unglaublich toller Tag und definitiv eines der besten Erlebnisse unseres Lebens bisher.


An unseren zweiten Tag in Akaroa hatten wir eine weitere Wanderung geplant.
Der 5-stündigen "Around the Mountain"-Track führte uns auf die Berge der Banks Peninsula, dank dem fantastischen Wetter konnten wir schöne Blicke auf den offenen Pazifik sowie auf den Akaroa Harbour genießen. Wow. Einfach nur Wow.


So ging dann auch bereits wieder ein weiterer Abschitt zu Ende, wir verließen das nette, süße, rosa Hostel "Chez la Mer" früh morgens und machten uns auf den Weg Richtung Westen. 

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