Dienstag, 24. April 2012

Farmstay in Oxford



Huch? Was bei uns so abgeht? Lasst uns dafür ein paar Tage zurückspulen.

Nachdem wir Akaroa verlassen hatten, trug es uns nach Westen, aber nur ein wenig, denn ca. 60km entfernt von Christchurch befindet sich das kleine Örtchen Oxford, an dem wir unseren nächsten Farm Aufenthalt geplant hatten. Als wir bei Pam and Mike's Bed & Breakfast ankamen, waren bereits 3 andere Jugendliche dort am arbeiten.

Wir wurden in unser Zimmer mit absolutem Luxus-Bett geführt und lernten schnell alle kennen. Die weiteren Tage wurde dann jeden morgen fünf Stunden gearbeitet, den Rest des Tages hatten wir frei. Unter anderem durften wir Kartoffeln pflücken, das Schwein füttern, einen Zaun „waterblasten“, ein bisschen im Haushalt helfen und unsere Lieblingsbeschäftigung Weeding war natürlich auch dabei. Währendessen wurden wir von Pam mit Leckereien verwöhnt.

Pam and Mike haben ein riesen Grundstück mit Hühnern, Kühen, Schafen, Alpacas, Ponys, einem Schwein sowie einen riesigen Gemüsegarten. Außerdem gibt die Kuh so viel Milch, dass Pam viel Feta Käse selbst macht (Mhhh!).
Mike hat außerdem so einen witzigen Charakter und Humor, man muss ihn live erlebt haben! Am vorletzten Tag hat uns Mike ein paar Schüsse von seiner Gewehr wie auch von seiner Shotgun – die er im Schlafzimmer aufbewahrt – abfeuern lassen. Die Mädels verzichteten jedoch auf den Shotgun Schuss wegen des gewaltigen Rückschlags, bewiesen aber präzises Auge bei den Gewehr Schüssen!



Zum Abschluss gab es, nach einem kurzem Besuch des Marktes in Oxford, bei dem es unter anderem ein Strohballen-Wettrollen gibt,



dann noch ein leckeres BBQ mit ein paar kalten Bierchen.



Die perfekte Woche mit sehr netten Leuten! Schade, dass die Zeit so fliegt!

Will, der aus Belgien kommt, bereist die ganze Südinsel mit dem Fahrrad! Respekt!!
 

Samstag, 21. April 2012

Delphin Schwimmen in Akaroa

Der nächste Halt auf unserem Trip hieß Christchurch.

Christchurch wurde vor etwas mehr als einem Jahr von einem weiteren starken Erdbeben mit großer Zerstörungskraft getroffen. Der gesamte Innenstadtbereich der Stadt befindet sich in einer sogenannten "roten Zone", die abgesperrt und für Besucher unzugänglich ist. Man hat angefangen, Häuser in dieser Zone abzureisen und dem Erdboden gleich zu machen, was später daraus werden soll, ist noch unklar.



Da sich so gut wie alle Sehenswürdigkeiten im abgesperrten Bereich befinden, gibt es in Christchurch, außer Baustellen, im Moment nicht besonders viel zu sehen. Aber es muss einmal eine hübsche Stadt gewesen sein, der botanische Garten gibt einen kleinen Eindruck davon.

Deswegen ging es für uns nach nur einer Nacht und einem kleinen Abstecher zum Hafen (Lyttelton) auch schon weiter ins 80km entfernte Akaroa, welches im Herzen der Banks Peninsula liegt.

Französische Siedler waren es, die hier 1840 eine Art Kolonie errichteten. Noch heute ist dieser französische Einfluss spürbar, Straßennamen sind zum Beispiel immer noch auf französisch.


Gleich an unserem ersten Tag hatten wir etwas ganz besonderes geplant:
Schwimmen mit Hector Delphinen.
Die Hector Delphine sind vor allem kleiner, aber auch zutraulicher wie gewöhnliche Delphine, sie werden nur bis 1.5m lang. Leider sind die Tiere vom aussterben bedroht und es gibt geschätzt nur noch um die 3.000 Hector Delphine, fast alle leben um Neuseeland herum.
Um so besonderer ist es, dass wir die Gelegenheit hatten, mit ihnen zu schwimmen.
7.00 Uhr - Aufstehen. Sonniger Himmel, beinahe wolkenlos. Treffpunkt ist eine gute Stunde später. Wir werden mit einem Wetsuit, sowie einer Taucherbrille und Schnorchel ausgestattet, nach ein paar Einweisungen und Fotos geht es aufs Boot.



Von anderen Reisenden hatten wir gehört, dass sie tags zuvor kein Glück hatten, mit den Delphinen zu schwimmen, darum waren wir etwas nervös, obwohl die 82%ige Erfolgsqoute des Anbieters eigentlich für sich spricht.

Schon nach ca. 10 Minuten Fahrt - und weiteren Sicherheitseinweisungen - entdecken wir die ersten Delphine, die um unser Boot herumschwimmen, sehr faszinierend!



Die Delphine schwimmen in relativ kleinen Schwärmen, wenn man einen Schwarm gefunden hat, muss man die Reaktion der Tiere abwarten, nicht immer sind sie daran interessiert, mit Menschen Kontakt aufzunehmen.
Also warteten wir, doch die Delphine schienen nicht wirklich Interesse an uns zu zeigen, na toll! Also machten wir uns auf die Suche nach einem neuen Schwarm, nur nicht die Hoffunng verlieren.

Es dauerte nicht lange, da hatten unsere beiden "Tripführer" neue Delphine erspäht, und plötzlich hieß es "We'll give it a try, guys". Das Wasser hatte knappe 14°C, was dank des Wetsuit und der Vorfreude recht erträglich war. Die Delphine müssen übrigens in diesen kalten Gewässern umgerechnet jede 30 Minuten einen BigMac essen, um überleben zu können! Und dann kamen sie, schwommen neben und unter uns vorbei, drehten um und kamen wieder. Diese Gruppe Delphine hatte sichtlich ihren Spaß an der Interaktion mit uns Menschen. Wir waren total fasziniert und konnten kaum fassen, was gerade um uns herum passiert. Völlig begeistert, nahm man die Kälte des Wassers gar nicht mehr war und es kamen immer mehr...
Die Leiter erzählten uns später, dass sie schon längere Zeit nicht mehr, so einen erfolgreichen Trip mit so verspielt freundlichen Delphinen hatten - wunderbar!

Während wir im Wasser trieben, flog übrigens noch ein gewaltiger Albatross über unsere Köpfe hinweg. Aus dieser Perspektive hat der Vogel mit seiner über 3m langen Flügelspannweite echt gigantisch gewirkt.

Nach einer guten Stunde im Wasser ging es dann halb erfrohren aufs Boot zurück, auf dem es heiße Schokolade zum Aufwärmen gab. Die Fahrt zurück zum Hafen war der perfekte Abschluss, die Delphine, die uns mittlerweile wirklich zu mögen schienen, schwammen und sprangen neben dem Boot umher und folgten uns einige Kilometer. Wieder auf festem Boden angekommen, gab es erst einmal eine dringend benötigte heiße Dusche und anschließend konnte man die Bilder betrachten, die von uns mit den Delphinen im Wasser geschossen wurden. Ein unglaublich toller Tag und definitiv eines der besten Erlebnisse unseres Lebens bisher.


An unseren zweiten Tag in Akaroa hatten wir eine weitere Wanderung geplant.
Der 5-stündigen "Around the Mountain"-Track führte uns auf die Berge der Banks Peninsula, dank dem fantastischen Wetter konnten wir schöne Blicke auf den offenen Pazifik sowie auf den Akaroa Harbour genießen. Wow. Einfach nur Wow.


So ging dann auch bereits wieder ein weiterer Abschitt zu Ende, wir verließen das nette, süße, rosa Hostel "Chez la Mer" früh morgens und machten uns auf den Weg Richtung Westen. 

Samstag, 14. April 2012

Amberley - Home away from home

Als wir in dem Ort Amberley ankamen, wussten wir nicht was uns erwartet. Ein weiteres Mal auf einer neuseeländischen Farm, dieses Mal im Norden Canterburys, "the dryest place in New Zealand". Wie wird es diesmal? Hoffentlich sind die Leute nett. Sook und Stuart, zwei Namen und eine kleine Beschreibung der Farm und was es zu tun geben wird, mehr Ahnung hatten wir nicht.



Kurz nach 12 fuhren wir die lange, steinige Straße entlang, bis ans Ende, bis zu dem Tor mit der Schrift "Los Amberles".
Wolang nun? Vor uns zu sehen war nur Reihe nach Reihe von Olivenbäumen.



Wir bogen also rechts ab, den vermeintlichen Weg entlang. Dann links. Nach etlichen Olivenbaumreihen kam ein Haus zum Vorschein. Und daneben stand auch schon ein Mann, Stuart, nahmen wir an. Wir wurden herzlich begrüßt und er stellte uns seiner Frau, Sook, vor. Die vor 20 Jahren nach Neuseeland ausgewanderte Koreanerin, die auch schon einmal in Deutschland war - "I loved the Schwarzwald" -, bereitete gleich Lunch vor. Wir wurden ein bisschen um das Anwesen herumgeführt, ein riesiger Gemüsegarten, von Kürbissen über Tonnenweise Knoblauch und Riesen-Zwiebeln bis zu Äpfel und Pfirsichbäumen, Chilis durften natürlich auch nicht fehlen, schließlich kommt Sook aus Korea und da isst man nun mal etwas schärfer - ganz nach unserem Geschmack also :)!
Man stellte uns den anderen Mitbewohnern vor: 9 Katzen, darunter der schnuckliche Baby-Kater Moby, der gerne Schatten hinterhergejagt.



Wir waren angekommen und dachten zugleich: Shit, wir sind nur eine Woche hier? Wir wussten bereits am ersten Abend, dass der letzte Tag viel zu früh kommen wird. Wir haben uns hier einfach wohlgefühlt, in unserem Zimmer mit Doppelbett und eigenem Bad.

Täglich arbeiteten wir fünf Stunden, unter anderem mussten wir die frischen Triebe am Stamm der Olivenbäume entfernen. Und jeden Abend gab es diese unglaublich leckeren Gerichte mit dem frischen Gemüse aus dem Garten, es war einfach mal wieder angenehm, Essen vor einem auf den Tisch gestellt zu bekommen und sich nach harter Arbeit um nichts mehr kümmern zu müssen. Ja, Sook hat an einem Abend sogar Sushi selbst gemacht.

Und dann kam auch schon der letzte Abend, viel zu schnell, wie bereits geahnt. Das letzte Frühstück. Das vorerst letzte Mal selbstgemachtes Brot, ein Gut, das man wohl fast am meisten vermisst. Der Abschied. Und schon waren wir auf dem Weg nach Christchurch, davon aber beim nächsten Mal.

Liebe Grüße

Dienstag, 10. April 2012

Von den Nelson Lakes bis nach Kaikoura

Von Takaka aus ging es über den Takaka Hill, - hier finden gerade Dreharbeiten zum Film "Der Hobbit" statt; eine Filmcrew konnten wir allerdings nicht finden - über den man fahren muss, um zur Golden Bay zu gelangen, weiter zu den Nelson Lakes.
Der Nelson Lakes Nationalpark unfasst zwei große Seen: Lake Rotoiti und Lake Rotoroa. Es gibt eine große Auswahl an Wanderwegen, auch über mehrere Tage.
Wir haben uns für eine kleinere Tages-Bergtour entschieden, von der man tolle Ausblicke auf ersteren der beiden Seen bekommen hat - wir hatten einen wunderschönen sonnigen Tag, fast ganz ohne Sandflys - die winzigen wie unsere Fruchtfliegen aussehenden Stechviecher nerven uns mittlerweile ganz schön.


Über Blenheim, deren Region wohl am besten durch ihren Weinanbau bekannt ist, fuhren wir in Richtung Kaikoura - der Highway führt hier an der Pazifikküste entlang und gewährt wundervolle Ausblicke.

Kaikoura ist vor allem bekannt für "Whale Watching", da sich der Meeresboden unmittelbar nach der Küste auf 1.5km Tiefe absinkt, kann man die Tiere hier recht gut beobachten.


Doch nicht nur Wale gibt es hier zu sehen, ca. 5km außerhalb der Stadt hat sich eine Pelzrobbenkolonie niedergelassen. Maximal 10 Meter darf man an die Robben herangehen, manchmal lässt sich ein geringerer Abstand allerdings nicht vermeiden, wenn die Tiere 2 Meter neben dem Fußgängerweg schlafen.


Es war faszinierendes Erlebnis die Robben so hautnah zu erleben.